Was ist im Hinblick auf die Einrichtung einzelner Tablet- oder Laptop-Klassen innerhalb eines Zuges zu bedenken?
Die Einrichtung von einzelnen iPad- oder Laptop-Klassen innerhalb eines Zuges ist in erster Linie eine pädagogisch-konzeptionelle Entscheidung. Zu bedenken ist, dass diese Klassen innerhalb einer Schule zu strukturellen Differenzierungen führen können, wenn in derselben Jahrgangsstufe parallel Klassen ohne 1:1-Ausstattung bestehen. Pädagogisch-didaktisch ar-beiten diese Klassen dann zwangsläufig unterschiedlich: Während Laptop-Klassen stärker auf digitale Lernprozesse, Lernplattformen und eigenständiges Arbeiten ausgerichtet sind, müssen andere Klassen stärker mit analogen oder geteilten digitalen Ressourcen arbeiten. Dies kann zu unterschiedlichen Lernsettings, Arbeitsgeschwindigkeiten und Unterrichtsformen führen und sollte im Schulkonzept bewusst reflektiert werden, um eine pädagogische Kohärenz in-nerhalb der Schule zu sichern. Eine solches Vorgehen stellt auch die Lehrkräfte vor größere Herausforderungen, weil der jeweilige Fachunterricht dann ggf. didaktisch und methodisch unterschiedlich aufbereitet werden muss, was zu höheren Aufwänden führen kann.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die strategische Frage, ob eine dauerhafte Differenzierung zwischen „Laptop-Klassen“ und „analogen Klassen“ sinnvoll ist. Aus schulorganisatorischer und didaktischer Sicht spricht vieles eher dafür, mittelfristig eher jahrgangsweise oder schul-weit einheitliche Lösungen anzustreben, anstatt nur einzelne Klassen auszustatten. Dies er-leichtert Unterrichtsentwicklung, Fortbildung, Support, Medienkonzept und Schulorganisation erheblich. Die Einrichtung einzelner Laptop-Klassen mag dennoch sinnvoll sein, insbesondere in Einführungs- oder Übergangsphasen oder wenn die Schule die Elternentscheidung bewusst in den Vordergrund stellen möchte. In solchen Fällen kann es pädagogisch vertretbar sein, alternative Klassen ohne verpflichtende Geräteausstattung vorzuhalten.