Kritische Medienbildung
Das IQSH unterstützt die Schulen dabei, Themen der kritischen Medienbildung nachhaltig in den Schulen zu verankern. Hierfür werden Schulen bei der Organisation und Durchführung eines Medientags unterstützt, der als Auftakt für eine langfristige Beschäftigung mit dem Thema kritische Medienbildung dient. Auf diesen Seiten finden Sie hierzu Informationen. Neben Hintergrundinformationen, einem exemplarischen Tagesablauf und zahlreichem ausgearbeiteten Unterrichtsmaterial für die Durchführung, erhalten Sie ebenso Informationsangebote für Eltern und die Medienbildung im außerschulischen Alltag.
🌐 Daten und Fakten
Hate Speech – also Hassrede im Netz – meint gezielte Angriffe durch beleidigende, hetzerische oder diskriminierende Sprache, oft gegen Minderheiten. Besonders auf Social Media ist Hate Speech ein ernstzunehmendes Problem. Schulen können Kinder und Jugendliche für sprachliche Gewalt sensibilisieren und Räume schaffen, in denen Respekt und Gegenrede geübt werden können.
[aus Hass im Netz vom BMFSFJ]
Roblox & Altersverifikation per Gesichtsscan – ein Thema für Schule und Medienbildung
💬 Praxistipp
Fake News enttarnen? Geht mit den 4 W-Fragen:
Wer? – Wer schreibt das? Ist die Person seriös und fachlich kompetent?
Wann? – Ist die Info aktuell oder längst überholt?
Wo? – Auf welcher Seite steht es? Gibt es ein Impressum? Ist die Quelle vertrauenswürdig?
Wie? – Werden nachvollziehbare Quellen genannt? Berichten auch andere Medien darüber?
👉 Diese Fragen helfen Schüler/-innen, Inhalte kritisch zu hinterfragen – ein Muss im digitalen Alltag.
[aus "Hass im Netz" des BMFSFJ, S. 19]
🔎 Hinsehen lohnt sich
Sexuelle Belästigung ist ein wachsendes Problem im Netz.
29% der Jugendlichen berichten von Erfahrungen mit sexueller Belästigung, wobei Mädchen besonders betroffen sind (36% vs. 23% bei Jungen). Besonders häufig tritt das Problem auf Instagram (38%) auf.
Wichtig für die Schule: Schaffen Sie ein Bewusstsein für das Thema und bieten Sie Orientierung.
[aus JIM Studie 2024, S. 56]
🧠 Wussten Sie schon,…?
…dass 38 % der Jugendlichen digitalen Kontakt inzwischen als gleichwertig mit persönlichen Treffen empfinden – Tendenz steigend?
[aus Jim Studie, S. 28]
👉 Digitale Kommunikation wird immer stärker als echter sozialer Austausch wahrgenommen – das verändert Freundschaftsbegriffe und Beziehungsdynamiken.
📣 Aus dem MBWFK
"Medienkompetenz ist mehr als Techniktraining.“ bekräftigt Jens Heerwegen von der Landespolizei im Ramen des 3. Kieler Dialogs zum Thema der Handynutzung an Schulen.
[Lesen Sie den vollständigen Bericht zum 3. Kieler Dialog: "Handynutzung an Schulen" hier nach]
🔎 Hinsehen lohnt sich
Cybermobbing hat die Hemmschwelle für Täter/-innen deutlich gesenkt: Anonymität und fehlende direkte Reaktion der Opfer machen das Beleidigen, Bedrohen und Bloßstellen online für viele einfacher. Besonders gefährlich wird es, wenn Informationen und Fotos im Netz verbreitet werden, die kaum wieder zu löschen sind.
Wichtig für die Schule: Cybermobbing passiert nicht nur im Klassenzimmer. Prävention muss auch digitale Räume einbeziehen – mit klaren Regeln, Ansprechpersonen und praktischen Schutzstrategien für Schüler/-innen.
[nach "Was ist Cybermobbing?" des BMFSFJ vom 20.06.2018]
🧠 Wussten Sie schon,…?
…dass WhatsApp, Instagram, YouTube, TikTok und Snapchat die meistgenutzten Apps bei Jugendlichen (12–19 Jahre) sind?
[aus JIM Studie 2024, S. 26]
👉 Jugendliche wachsen in einer Plattformgesellschaft auf – wer ihre Lebenswelt verstehen will, muss Plattformlogiken und algorithmische Einflussnahme als Teil ihrer Sozialisation begreifen.
🔎 Hinsehen lohnt sich
Fake News verbreiten sich durch negative Emotionen wie Angst und Wut. In der Schule kann es entscheidend sein, Schüler*innen zu zeigen, wie solche Emotionen manipuliert werden, um Falschmeldungen viral zu machen. Ein kritisches Hinterfragen von Emotionen als „Trigger“ hilft, Fake News frühzeitig zu erkennen.
[aus Nastjuk, Trang, Weiger, u.a.: Viralität von Fake News in Social Media - Der Einfluss von Emotionen, S. 23-28]
📣 Aus dem MBWFK
Zum 1. August 2025 soll ein Erlass für die private Nutzung digitaler Endgeräte für die weiterführenden Schulen in Kraft treten soll. „Die Schulen werden dazu angehalten, die private Nutzung digitaler Endgeräte während der Schulzeit zu untersagen - bis einschließlich Jahrgangsstufe 9.“ Ein generelles Verbot, Smartphones oder Tablets in Schule mitzuführen, sei „unverhältnismäßig“.