Szenarien

Je nach Begebenheiten vor Ort stehen Schulträger vor unterschiedlichen Herausforderungen bei der Konzeption und Realisierung einer zentral verwalteten Schul-IT. Die Aufgaben, die sich aus einer möglichen Planung und Umsetzung einer Schul-IT ergeben, sind für jeden Schulträger verschieden, da auch die Rahmenbedingungen und die Bedarfe vor Ort unterschiedlich sind. Zur Verringerung der Komplexität und um Orientierung zu bieten, empfiehlt sich die Aufteilung in sogenannte Szenarien. In jedem Szenario werden die für die Zielgruppe relevanten Aufgaben beschrieben. Ein Schulträger kann sich dann entweder in ein für Ihn passendes vorgegebenes Szenario einordnen oder sich zwischen den Szenarien einordnen und die Aufgaben identifizieren, die zu lösen sind. Die vom IQSH entwickelten Szenarien sind dabei:

  • Musterlösung Grundschule SH
  • Musterlösung +
  • Schulträgerlösung (basis)
  • Schulträgerlösung (erweitert)

Alle Szenarien haben den gleichen Aufbau und basieren auf den gleichen Annahmen bzgl. der Landesdienste und ihrer Einführung. Außerdem benennt jedes Szenario eine Zielgruppe, für das es besonders gut geeignet ist. Es steht natürlich jedem Schulträger frei, sich sein eigenes Szenario zu wählen, auch wenn er nicht in der anvisierten Zielgruppe ist.
Jedes Szenario betrachtet zwei zeitliche Bereiche. Eine Phase des Übergangs und eine Phase der aktiven Landeslösungen.

Phasen Szenario

Die Übergangsphase ist naturgemäß geprägt von einer gewissen Planungsunsicherheit
für die Schulträger. Sie entsteht durch die veränderte und immer größer werdende Anzahl an bereitgestellten Landesdiensten, deren Umfang und Startdatum oft noch nicht final kommuniziert ist. Dies beeinflusst eine Planung des eigenen Systems und dessen Umfang. Erschwerend kommt hinzu, dass bei den Lehrkräften im Land oft noch Schulungsbedarf in der Nutzung der Landesdienste besteht. Erst wenn die anvisierten Dienste landesweit verfügbar sind und die Lehrkräfte damit zielgerichtet arbeiten können, kann auch der Schulträger seine zentral verwaltete Schul-IT endgültig bereitstellen. Für die Übergangsphase sollte von einer Zeitspanne von nicht weniger als 36 Monaten ausgegangen werden.

Wenn die Phase der aktiven Landeslösungen erreicht ist, können sich Schulträger auf die für sie relevanten Bereiche voll konzentrieren. Die daraus resultierenden Aufgabenbereiche verschieben sich von der Planung und Konzeption zu Betrieb, Wartung und Support der entsprechenden Lösungen.

Nachfolgend werden die einzelnen Szenarien, deren Zielgruppe und die zu erledigenden Aufgaben beschrieben.

Musterlösung Grundschule SH

Das Szenario Musterlösung Grundschule richtet sich an kleine Schulträger mit einer bis drei Grund- oder Förderschulen. Die Schulträger haben im Normalfall keine eigene Schul-IT-Abteilung und häufig auch noch keinen IT-Dienstleister, an den sie sich wenden können.

Einführung Musterlösung Grundschule

In diesem Szenario richtet sich der Schulträger nach der vom IQSH entwickelten Musterlösung Grundschule SH (https://medienberatung.iqsh.de/musterloesung-grundschule-sh.html). Darin erhält er eine sehr intensive Begleitung durch das IQSH bei der Planung, Beschaffung und Einrichtung einer passenden Schul-IT in den Grundschulen. Die Musterlösung Grundschule SH greift dabei auf regionale Dienstleister zurück, die auch nach der Inbetriebnahme den Support übernehmen. Dies beinhaltet auch die Umsetzung von Anpassungen an der Musterlösung Grundschule SH, die durch das IQSH vorgenommen werden. Daher gibt es in diesem Szenario auch keine Trennung der Phasen, da die Anpassungen durch das IQSH vorgegeben und durch die Dienstleister umgesetzt werden. Eine Planungsunsicherheit tritt damit nicht auf.

Sollten Sie eine Beratung zur Musterlösung Grundschule SH wünschen, schreiben Sie bitte eine Mail an musterloesung-grundschule@bildungsdienste.landsh.de.

Musterlösung +

Die Musterlösung + ist eine Erweiterung der Musterlösung Grundschule SH und richtet sich an kleinere Schulträger, die neben Grund- und Förderschulen auch weiterführende Schulen wie Gymnasien oder Gemeinschaftsschulen in ihrer Trägerschaft haben. Der Schulträger besitzt in dem Szenario eine kleine IT-Personalressource, welche er für den Bereich Schul-IT einsetzen kann. Sollte keine eigene Ressource zur Verfügung stehen, so besitzt der Schulträger bestenfalls bereits Kontakt zu einem regionalen Dienstleister, der ihm im Bereich Schul-IT unterstützt.

In diesem Szenario stellt der Schulträger einen stark reduzierten Dienstumfang für Schulen zur Verfügung. Ziel ist es, dass sich der Schulträger auf die Verwaltung seiner Infrastruktur und der schulischen Endgeräte konzentriert. Pädagogische Dienste werden soweit es geht über die Landesdienste realisiert. Eine Ausnahme bilden hier die pädagogische ad hoc Funktionen, wie z.B. das Classroom Management. Diese müssen durch den Schulträger bereitgestellt werden, da sie normalerweise in der Infrastuktur der Schule betrieben werden. Zusätzlich kann es Absprachen mit den Schulen geben, um ihnen weitere pädagogische Dienste bereitzustellen.

Schulträgerlösung (basis)

Die Schulträgerlösung (basis) richtet sich an Schulträger mittlerer Größe, bei denen alle Schularten vertreten sind. Anders als bei der Musterlösung + wird hier eine eigene Personalressource beim Schulträger dringend empfohlen. Sollte ein Träger sich für einen Dienstleister entscheiden, so sollte es ein größerer Dienstleister mit Erfahrung im Bereich Schul-IT sein. Kleinere regionale Dienstleister sollten nicht mehr beauftragt werden, da dies meist ihre personellen oder fachlichen Ressourcen übersteigt.

Szenario Schulträgerlösung basis

Die Schulträgerlösung (basis) hat das Ziel, eine zentrale Verwaltung der gesamten Schul-IT beim Schulträger zu schaffen und eine überschaubare Menge an pädagogischen Diensten den Schulen bereitzustellen. Dabei erhalten alle Schulen eine abgestimmte Anzahl an einheitlichen Diensten, die vorher gemeinsam mit allen Schulen abgestimmt werden. Die Anzahl wird nach der Übergangsphase auch nicht mehr verändert. Es können aber vereinzelt Dienste ausgetauscht werden. Außerdem schließt der Schulträger mit den Schulen ein sogenanntes Service-Level-Agreement (SLA). Darin sind die Eckpunkte des durch den Schulträger geleisteten Supports (z.B. Reaktionszeiten in bestimmten Fehlerfällen) für die Schulen transparent festgehalten. Dies führt zu einem klaren und verständlichen Support, bei dem allen Teilnehmern bewusst ist, was sie erwarten können. Sobald die Landeslösungen aktiv sind, übernimmt der Schulträger oder der beauftrage Dienstleister Betrieb, Wartung und Support der Lösung. Es wird empfohlen, die Lösung an das Identitätsmanagement (IDM) des Landes anzuschließen, da es die Verwaltung der Identitäten von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften übernimmt. Dies führt zu einer ernsthaften Erleichterung im laufenden Betrieb.

Sollten Sie einen Dienstleister benötigen, der Sie beim Aufbau einer Schulträgerlösung unterstützen soll, bietet der ITV.SH eine Liste an geeigneten Dienstleistern unter https://itvsh.de/schultraegerloesung/ an.

 

Schulträgerlösung (erweitert)

Die Schulträgerlösung (erweitert) richtet sich an große Schulträger. Der Schulträger hat alle Arten von Schulen in seiner Trägerschaft und hätte sogar die Möglichkeit trägerübergreifend die Dienste bereitzustellen. Dazu besitzt er eine über dem Minimum liegende Anzahl an IT-Personal, das nicht nur für Betrieb, Wartung und Support bereitsteht, sondern auch das System kontinuierlich weiterentwickeln kann. Dienstleister kommen in diesem Szenario nicht mehr zum Einsatz.

Szenario Schulträgerlösung erweitert

Die Schulträgerlösung (erweitert) hat das Ziel eine zentrale Verwaltung der gesamten Schul-IT beim Schulträger zu schaffen. Zusätzlich stellt der Schulträger in dieser Lösung den Schulen eine große Anzahl individueller pädagogischer Dienste bereit. Einzelne Dienste können auch die Dienste der Landeslösung ersetzten, wenn dies durch eine oder mehrere Schulen gewünscht ist. Damit die Schulen den Support jederzeit gut erreichen können, werden mehrere Kontaktwege zum Support etabliert. So kann es beispielsweise einen telefonischen Support geben, der durch ein Ticketsystem ergänzt wird, das auch außerhalb der Telefonsprechzeiten für Fehlermeldungen bereitsteht. Sobald die Landeslösungen aktiv sind, übernimmt der Schulträger Betrieb, Wartung und Support der Lösung. Außerdem entwickelt er die pädagogischen Dienste weiter, schaltet nicht mehr benötigte Dienste ab und richtet neue Dienste ein. Es wird empfohlen, die Lösung an das Identitätsmanagement (IDM) des Landes anzuschließen, da es die Verwaltung der Identitäten von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften übernimmt. Dies führ zu einer ernsthaften Erleichterung im laufenden Betrieb.

Sollten Sie einen Dienstleister benötigen, der Sie beim Aufbau einer Schulträgerlösung unterstüzten soll, bietet der ITV.SH eine Liste an geeigneten Dienstleistern unter https://itvsh.de/schultraegerloesung/ an.